Babymeeris

Es ist ein wunderschönes Erlebnis, wenn man die Geburt und Aufzucht von Babymeeris miterleben darf. Klären Sie mit sich und Ihrer Familie aber vorab dazu einige Dinge ab:

  • Wollen Sie den Nachwuchs behalten, oder können Sie den Nachwuchs in sehr gute Hände weiter vermitteln? Es werden eben so viele Böckchen, wie Weibchen geboren. Was machen Sie wenn es 4-6 Böckchen sind? Im Zooladen abgeben? Wollen Sie, dass die Tiere evtl. als Futter für andere Tiere gereicht werden, oder u.U. in Einzelhaltung abgegeben werden?
  • Sind die Elterntiere Geschwister? Sind sie gesund?
  • Das Muttertier sollte beim ersten Wurf nicht älter als 1 Jahr sein und nicht schwerer als 900 gr.. Ab einem Jahr verknöchert das Becken, was evtl. Fehlgeburten oder extreme Geburtsprobleme zur Folge haben kann (enges und unelastisches Becken). Das Meerschwein sollte aber auch nicht jünger als 6 Monate sein, da es sich selbst noch in der Wachstumsphase befindet. Sollten Sie mit dem gleichen Muttermeeri noch mal Nachwuchs haben wollen, lassen Sie ihr eine Pause von 3-4 Monaten. Warten Sie jedoch nicht länger als 9 Monate.
  • Einen Meerschweinbock vom Nachbarn aus einer Bockgruppe? Lassen Sie das besser, er könnte nach der Verpaarung nicht mehr in seine Gruppe integriert werden. Siehe Bockgruppen.
  • Wird der eigene Meeribock kastriert, wenn ich merke, dass das Weibchen tragend ist (etwa ab 4 Wochen), kann er bei dem Weibchen verbleiben. Ansonsten wird er das Weibchen direkt nach der Geburt (in wenigen Stunden) nachdecken.
  • Bei Schwangerschaften können u.U. hohe Tierarztkosten auf Sie zukommen.

Sollten Sie sich aber dafür entscheiden oder haben Sie ein tragendes Tier erworben, so achten Sie besonders auf das Muttertier: Frisst es, nimmt es ab der 4. Woche gut zu, usw.

Verparrung

Alle 14-18 Tage ist das Weibchen aufnahmebereit. Der Bock wird es bebrommseln und umwiegen. Wenn sie stehen bleibt, wird der Bock sie decken.


Tragzeit und Geburt

Die Tragzeit beträgt 68-72 Tage. Mann erkennt meist die Schwangerschaft erst ab dem 40. Tag (Gewichtszunahme) und an den Bewegungen der Babys. Ein hoch tragendes Tier sollte man möglichst nicht zu oft hochnehmen, machen Sie aber regelmäßige Gewichtskontrollen. Bei enormem Gewichtsverlust sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert werden (Gefahr von Toxikose).

Ernähren Sie die Meerimütter abwechslungsreich mit frischem Grün, Trocken-kräutern und evtl. mit zusätzlichen Vitaminen (keine Petersilie, diese ist wehen-fördernd). Bitte achten Sie darauf, dass die Mütter keinen allzu großen Stress haben (Umzug, Käfiggenossen wechseln, usw.), dies kann zu Früh- oder Fehlgeburten führen.

Der Meerivater darf (sollte er inzwischen kastriert sein) bei der Familie bleiben, manchmal hilft er auch bei der Geburt. Meerschweinchen bauen kein Nest. Anzeichen für die Geburt ist ausschließlich die Schambeinfuge, welche kurz vorher (evtl. bis zu 2Tagen) auf 1,5-2 cm auseinander geht (Daumenprobe).

Bei der Geburt hockt das Meeri mit gespreizten Beinen. Die Jungen werden geboren und die Mutter zieht sie zu sich, nabelt sie ab und entfernt die Eihülle. Dafür braucht das Muttertier etwa 10 min. Wenn die Babys zu schnell hintereinander kommen und die Mutter es nicht schafft sie rechtzeitig von der Eihülle zu befreien, können Sie hier kurz eingreifen. Entfernen Sie nur die Eihülle, sodass das Baby atmen kann. Überlassen Sie den Rest der Mutter. In der Regel werden 1-5 Junge geboren.

Achten Sie einfach darauf, dass die Meerimutter einen gesunden Eindruck macht und geben Sie ihr nach der Geburt eine gute Portion leckeres Gemüse und Grün, sie hat dann mächtig Hunger. Auch passiert es nach der Geburt oft, dass die Mama sich erst mal auf die Seite legt, einfach beobachten, bei meinen war es immer eine totale Erschöpfung, es ist einfach anstrengend für die kleinen.


Die Jungtiere

Die Meeribabys sind schon bei der Geburt voll entwickelt und wechseln bereits im Mutterleib ihr Milchgebiss. Die Augen sind geöffnet und sie laufen bereits nach kurzer Zeit herum und beginnen an Heu oder anderem Futter zu knabbern.

Meeribabys wiegen bei der Geburt in der Regel zwischen 60-120 gr. und sollten ab dem dritten Tag stetig (3-5 gr. täglich) zunehmen (Gewichtskontrolle). Kleinere Babys unter 50 gr. Geburtsgewicht überleben oft nicht.
Versuchen Sie, ob Sie es durch zufüttern durch bekommen.

Tipp zum Zufüttern: Heilnahrung HN für Babys + Möhrenbrei + Vitamin C + Immunparducer, Flaschen

    1.Woche, jede Stunde,
    2.Woche, 5xtäglich,
    3.Woche 3xtäglich, etwas von der Entwicklung abhängig machen.

Meeribabys werden 2-4 Wochen gesäugt. Sie werden aber sehen, dass die Kleinen bereits ab dem 1. Tag alles andere mit fressen. Mit 4-8 Wochen sind die Babys bereits geschlechtsreif.


Achtung

Die Böckchen können schon sehr früh erfolgreich befruchten (3-6 Wochen). Achten Sie auf das Verhalten der kleinen Böcke (brommseln, umwerben, aufreiten). Trennen Sie die Böckchen frühzeitig, oder lassen Sie diese frühzeitig kastrieren (Link Frühkastration). Es ist nicht nur vom Gewicht, sondern auch vom Alter abhängig, ca. 250-300g und etwa 3-4 Wochen alt.

Falls Sie die Böckchen nicht kastrieren lassen wollen, setzen Sie diese zu einem verträglichen Altbock, welcher dann die nötige Erziehung übernimmt.

Bei Abgabe sollten die Babys ein Gewicht von mindestens 250 gr. haben und nicht jünger als 3-6 Wochen sein.

 


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